Die Heidschnucke -
Vierbeiniger Landschaftspfleger und Symbol der Südheide
Früher, als es noch riesige Heideflächen gab, waren die Heidschnucken wichtige Woll- und Düngerlieferanten, heute dienen sie vorwiegend als vierbeinige Landschaftspfleger.
Im Naturpark Südheide gibt es noch drei gehütetet Heidschnuckenherden, sie sorgen dafür, dass die ca. 525 ha großen Heideflächen um Müden/Örtze und Hermannsburg erhalten bleiben, in dem sie das Heidekraut durch Verbiss kurz halten und die frischen Kiefern- und Birkensämlinge fressen. Wenn sie im Spätsommer zur Heideblüte durch die Flächen ziehen, zerreißen sie mit ihren Beinen die Spinnweben im Heidekraut. So können die Bienen ungestört ihren Nektar für den leckeren Heidehonig suchen. Die Bienen wiederum bestäuben das Heidekraut und sorgen so für den Fortbestand der Nahrung für die Schnucken.
Die Graue Gehörnte Heidschnucke hat ein silbergraues Vlies (Fell) mit einem schwarzen Brustlatz. Männliche und weibliche Tiere sind gehörnt. Im ersten Jahr haben die Lämmer zunächst ganz schwarzes, gelocktes Haar. Später wächst die graue Wolle durch, so dass lediglich die Beine, der Kopf und der Brustlatz der ausgewachsenen Heidschnucken die schwarze Färbung zeigen. Im Naturpark Südheide werden die Herden noch traditionell das ganze Jahr über gehütet. Der Schäfer zieht mit seinen Tieren jeden Tag 10 - 12 Km durch die Heide. Kein Wunder, dass die Heidschnucken kein Fett ansetzen und sich ihr Fleisch als Diätkost hervorragend eignet.
Der Name Schnucke kommt von "Schnökern" (Naschen), weil die Schnucke die Abwechslung liebt und Heidekraut, Gras und Wildkräuter gern verspeist. Die vielseitige, wildähnliche Ernährung verleiht dem Heidschnuckenfleisch seinen typischen wildbretartigen Geschmack. Diesen kulinarischen Genuss sollten Sie sich während eines Urlaubs in der Heide nicht entgehen lassen.
Der große Tag für die Heidschnucken ist die jährlich am 2. Donnerstag im Juli stattfindende Bockauktion in Müden/Örtze, die an längst vergangene Viehmärkte erinnert.


