Celle: Schloßtheater
Erleben Sie eine Vorstellung im ältesten (erbaut 1674) heute noch bespielten Barocktheater mit festem Ensemble. Ein Höhepunkt jeder Celle-Reise.
Die Geschichte des Celler Schlosstheaters
Das Celler Schlosstheater verdankt seine Existenz der Initiative der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg-Celle.
Bereits im 16.Jahrhundert erfreute sich die Hofmusik in Celle großer Beliebtheit. Für die erste Hälfte des 17.Jahrhunderts wissen wir von gelegentlichen Aufführungen deutscher Theatertruppen in Celle. Besondere Erwähnung verdient die Aufführung des Balletts "Die Triumphierende Liebe umgeben mit sieghaften Tugenden", die 1653 anlässlich der Vermählung von Herzog Christian Ludwig im Rittersaal des Schlosses mit Künstlern aus ganz Norddeutschland aufgeführt wurde.
Als Herzog Georg Wilhelm nach dem Tod seines älteren Bruders Christian Friedrich 1665 die Regierung in Celle antritt, nimmt die Entstehung des Schlosstheaters greifbarere Formen an,. Während der Regentschaft seines Bruders hielt sich Georg Wilhelm in Venedig auf. Dort hatte er regen Anteil am Opernleben der Stadt genommen. Sogar nach Antritt der Regierung in Celle unterhielt er noch 7 Logen am Opernhaus in Venedig. In Celle machte sich Georg Wilhelm an den Ausbau der Hofhaltung nach französisch-italienischem Vorbild. Im Jahr 1670 wurde mit dem Theaterbau begonnen, 1674/75 war das Theater fertig.
Seit 1671 gab es eine französische Truppe, die in Celle und Hannover spielte. 1685 übernahm Ernst August von Hannover die Truppe ganz nach Hannover. In Celle wurde ab 1690 eine italienische Truppe verpflichtet, die "commedia dell'arte" spielte. Gelegentlich kamen auch kleine Singspiele und Opern zur Aufführung.
Das Theater war ein Hoftheater, als Zuschauer waren nur die höfische Gesellschaft zugelassen. (Erst Ende des 18. Jahrhunderts, als die bürgerliche Gesellschaft einen immer größeren Einfluss auf das politische Geschehen nahm, wurde es auch für die bürgerlichen Stände geöffnet) Es gab einen direkten Zugang von den Staatsgemächern zum Theatersaal. Zunächst gab es nur einen Rang und das Parkett war noch nicht bestuhlt, da Orchester und Ballett Platz für ihre Darbietungen benötigten.
Mit dem Tod von Herzog Georg Wilhelm 1705 und den Ende der Hofhaltung in Celle verwaiste das Theater. In den Jahren 1772-1775 unter der wegen einer Affäre nach Celle verbannten Dänenkönigin Mathilde erlebte das Theater noch einmal eine Blüte. Der Theatersaal wurde um einen zweiten Rang erweitert.
Im 18. und 19.Jahrhundert wurde weiter Theater gespielt. Das Theater hatte aber kein festes Ensemble. Es kamen Theatertruppen aus Hannover, Bremen, Braunschweig und Berlin nach Celle. Sie spielten Komödien, Opern und Ballette.
Ab 1866 wurden die Aufführungen immer spärlicher. 1890 wurde der Spielbetrieb ganz eingestellt. Das Theater verfiel.
Erst 1935 wurde es nach einer grundlegenden Instandsetzung wieder eröffnet und mit den technischen Notwendigkeiten des 20.Jahrhunderts versehen. Bis zum Ende des Krieges 1945 wurde der Spielbetrieb aufrechterhalten. 1946/47 spielte in Celle "Die Volksbühne Celle", ein privates Schauspielunternehmen, allerdings größtenteils im ehemaligen Schützenhaus und nur selten im Schloss.
Bitte beachten Sie: Das Schlosstheater wird zur Zeit saniert und daher nicht bespielt. Bis 2012 ist der Spielort des Ensembles in ein Ersatzdomizil, die "Residenzhalle" verlegt. Die Saison 2011/2012 beginnt dort am 16. September 2011.
Fakten
Celle: Schloßtheater
Schloßplatz 129221 Celle
Telefon
Informationen: 05141 905080Fax
Informationen: 05141 90 50 844Karte
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